Kofi Setordji
Hands of Fate
 
ARTCO Galerie GmbH  
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Dinge ‚liegen auf der Hand’ oder sie geschehen im ‚Handumdrehen’. Wir ‚legen Hand an’, wir ‚verhandeln’, wir ‚hantieren’ mit Werkzeugen, wir ‚händigen’ etwas aus. Mit unseren Händen lernen
wir, die Welt um uns herum zu ‚begreifen’. Als Universalwerkzeug des Menschen ist die Hand nicht
nur in vielen alltäglichen Redewendungen präsent, auch in der Geschichte der Kunst hat sie stets
eine besondere Rolle gespielt: als Vermittler, als Wahrnehmungsorgan, als Zeichengeber. Der Kunstverein Bad Salzdetfurth hat im Jahr 2005 in der Ausstellung ‚La main dans la main’ Arbeiten von 50 Künstlern zum Thema der menschlichen Hand gezeigt.
Auch Kofi Setordji, der Maler und Bildhauer aus Accra, der durch seine raumgreifende Installation
‚The Scars of Memory’ zum Genozid in Ruanda große internationale Anerkennung fand, hat sich in
einem neuen Werkzyklus mit dem Thema der Hände beschäftigt: ‚Hands of Fate’ – ‚Hände des Schicksals’ – ‚Schicksalshände’. Der Zyklus entstand im Sommer 2005, als Kofi Setordji für vier
Monate als Stipendiat der Stadt München in der Villa Walberta am Starnberger See zu Gast war. Die Materialien sind Ton, Holz, Papier, Kohle, Rinde, Draht, Stein und zahlreiche Fundstücke, die der Künstler vor Ort zusammentrug und szenisch zueinander in Beziehung setzte. Ausgangspunkt der Reflexion ist die Unabhängigkeit Ghanas 1957: „50 Jahre Unabhängigkeit – und wo stehen wir heute? Was ist aus den humanistischen und panafrikanischen Idealen eines Staatsmannes wie Kwame Nkrumah geworden?“ Kofi Setordji wirft in seiner Arbeit Fragen auf, die über die Singularität Ghanas weit hinausreichen und dabei den politischen, geschichtlichen und ethischen Zustand des post-kolonialen Afrikas ebenso kritisch in den Blick nehmen wie sie die Abgründe der ‚conditio humana’
neu befragen. Den roten Faden liefern dabei die menschlichen Hände: die Hände der Mächtigen, die
als Puppenspieler ihre Untergebenen steuern, die flehenden Hände der Armen, die in den Städten
um ihr tägliches Almosen betteln, Hände, die sich im politischen Kampf zu Fäusten erheben und rebellieren, die abgehackten Hände der Verstümmlungsopfer. ‚Hands of Fate’ ist eine ebenso analytisch-feinsinnige wie verstörende Arbeit, gegliedert in 12 Akte, in denen die menschlichen
Hände ihre Geschichte schreiben.

Das Iwalewa-Haus und die ARTCO-Kunstagentur,  setzen mit der Ausstellung ‚Hands of Fate – Neue Installationen von Kofi Setordji’ eine bereits seit Jahren bestehende Kooperationsschiene fort, aus
der unter anderem die beiden von eigenen Katalogen begleiteten monografischen Retrospektiven
‚EL Loko – Spuren“  und „Future Track– Gemälde und Zeichnungen von Owusu-Ankomah“ hervorgingen.

Katalog
Hands of Fate, 21 x 23 cm, 28 Seiten
16 meist ganzseitige 4farbige Abbildungen
Herausgeber: ARTCO / IWALEWA Haus
Texte: Stefan Eisenhofer, Tobias Wendl
Peter Hammer Verlag 2006
Preis 7 €

IWALEWA Haus Bayreuth vom 04.05.2006 - 03.09.2006
Weitere Stationen sind in Vorbereitung